Franz Volhard (1872 - 1950) Biografie

Franz Volhard
Franz Volhard (Foto)

Franz Volhard war ein deutscher Arzt. Einer seiner Forschungsschwerpunkte war die Untersuchung von Erkrankungen der Niere (Nephrologie). Volhard publizierte 156 wissenschaftliche Beiträge und war Mitglied in mehr als 12 wissenschaftlichen Gesellschaften. Unter ihm habilitierten sich 18 Schüler, aus denen sich bedeutende Wissenschaftler entwickelten. Er hat zahlreiche Ehrungen erhalten. Die Franz-Volhard-Medaille ist die höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Lange Jahre war die Franz-Volhard-Klinik in Berlin Buch nach ihm benannt, ehe die Helios-Gruppe sie 2001 übernahm.

Franz Volhard wurd am 02.05.1872 in München geboren. Er wuchs dort mit sechs Geschwistern in einem gut-bürgerlichen Hause auf. Sein Vater war ein angesehener Professor der Chemie. In Erlangen besuchte der junge Franz die Volksschule. 1882 zog die Familie nach Halle (Saale), wo Franz das Gymnasium der Franckeschen Stiftungen besuchte. Seine Reifeprüfung absolvierte er 1892 - mit 20 Jahren.

Studien- und Lehrjahre

Die anschließenden Studien- und Lehrjahr reiste Volhard durch die Lande. Zunächst studierte er in Bonn Medizin. Seinen Militärdienst leistet er in Halle, ehe er in Straßburg weiter Medizin studierte. Er beendete sein Studium schlißlich weider in Halle, wo er auch promovierte (1897).

Er reiste anschließend für ein paar Monate zuerst nach Kiel und dann nach Berlin, um Kollegen zu treffen und sich über medizinische Entwicklungen auszutauschen. Im Jahr 1899, mit 27 Jahren, heiratete Volhard Else Toennies. Sie hatten insgesamt 10 Kinder.

1898 nahm er eine Stelle als Assistenzarzt an der Medizinischen Universitäts-Klinik in Gießen an. Dort habilitiert Franz Volhard im Jahr 1901 über die Entdeckung des fettspaltenden Ferments im Magen (Magenlipase). Er war damit schon mit 29 Jahren bereits ein anerkannter Mediziner und bereit für höhere Aufgaben.

Chefarzt in Dortmund - Direktor in Mannhein

1901 verschlug es die junge Familie zunächst erneut nach Halle, wo Volhard für kurze Zeit die Medizinische Klinik leitete. Doch bald darauf wurde er zum Chefarzt an das Städtische Krankenhauses in Dortmund berufen, wo er von 1905 bis 1908 blieb. Dann wurde er Direktor der Städtischen Krankenanstalten in Mannheim, wo er bis 1918 tätig blieb.

Während des 1. Weltkriegs (1914 - 1918) betreute er u.a. die Reservelazarette, wo er ein "Nierenlazarett" einrichtete.

Professor in Halle - Direktor in Frankfurt a.M.

Franz Volhard
Franz Volhard

Nach dem ersten Weltkrieg wurde Franz Volhard als Professor für Innere Medizin in Halle berufen (1918), wo er fast 10 Jahr bleib.

Ab 1927 war er Direktor der Medizinischen Klinik an der Universität Frankfurt am Main.

Da Volhard einer Freimaurerloge angehörte, wurde er als Mitglied der NSDAP abgelehnt. Er setzte sich für mehrere jüdische Fakultätsmitglieder ein, hatte damit aber keinen Erfolg. Im Gegenteil: im Jahr 1938 wurde er zwangsemeritiert.

Arztpraxis in Frankfurt a.M.

Obwohl schon 66 Jahre alt, arbeitete er in einer Frankfurter Arztpraxis weiter.

Nach dem Krieg wurde Franz Volhard von der US-Militärregierung wieder als Direktor der Medizinischen Klinik der Universität Frankfurt eingesetzt, wo er bis zu seinem Tod arbeitete.

Im Jahr 1950 starb der 78 jährige Volhard an den Folgen eines Autounfalls.

Franz Volhard Portrait
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Quellen / Weiterlesen

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